Keine Pillen, lieber chillen gegen den Messestress

Hirndoping liegt im Trend, ist aber gefährlich – vor allem für die Gesundheit. Daher sollten Sie auch zu Messestresszeiten die Finger davon lassen. Besser, Sie dopen ganz natürlich. Das geht auch.

Die Versuchung, sich mit mehr als nur Kaffee zu dopen, ist schon im normalen Betriebsalltag groß: hier die aufreibende Telefonkonferenz, da der Geschäftstermin und dort die Vorbereitung von Steuererklärung und / oder Bilanz. Von der neuen Telefonanlage und dem IT-Crash ganz zu schweigen. Eine Messe wie die Cebit setzt dem in Sachen Stress noch einen obendrauf – vor allem wenn Sie als Aussteller oder Besucher die gesamte Zeit dort verbringen und womöglich noch abends Termine anhängen. So spannend und unterhaltsam die Zeit auch immer sein mag – Messen machen Stress. Das weiß ich noch aus Studentenzeiten, in denen ich regelmäßig auf Messen gearbeitet habe.

Ströme von Alkohol, Berge von Pillen

Und die Leute dopen. Hochrangige Politiker wie Volker Beck, der mit Crystal Meth erwischt wurde und deshalb von seinen Ämtern zurücktrat. Eine – zumindest vermeintlich – ganz auf Leistungssteigerung ausgerichtete Droge, wie bei der Gelegenheit im Deutschlandradio zu hören und lesen war. Gängiger sind aber noch andere Mittelchen: neben Pillen und der ein oder anderen harten Droge ist da natürlich auch noch die Volksdroge Nummer eins: der Alkohol, der während und nach der Messe ebenfalls in größeren Strömen fließt als sonst.

Den verantwortungsvollen Umgang mit Drogen jeder Art haben Führungskräfte zwar offenbar besser drauf, als ihre Mitarbeiter: Sie neigen weniger zu Doping, als Angestellte in rangniedrigeren Positionen, zeigt – trotz insgesamt steigender Zahlen in dieser Hinsicht – die aktuelle DAK-Gesundheitsstudie. Dennoch ist es auch für Unternehmer ein Thema – generell und auch auf Messen. Und die Sache ist klar: Jede Droge hat ihren gesundheitlichen Preis. Und die Leistungskurve sinkt meist auch nach kurzer Zeit, so dass Konsumenten die Dosis steigern müssen.

Lieber chillen: Meditation hilft

Besser also, Sie lassen auch und gerade in Stresszeiten wie der Cebit die Finger davon, ihre Konsumgewohnheiten zu ändern. Nicht wenige Suchtkarrieren haben so angefangen. Am besten ist, Sie nehmen keine Pillen, sondern chillen. Link 7 Wie Sie sich anderweitig Ausgleich verschaffen, dafür konnten Sie ja auch schon Anregungen hier im Blog lesen.

Nachweislich hilfreich in jeder Hinsicht ist Meditation. Die bekommen Sie auch ohne große Verrenkungen hin – und das sogar innerhalb einer Minute, wie dieses kurze Erklärvideo zeigt – sehr empfehlenswert übrigens für den Alltag: Ich habe es ausprobiert. Diese Kurzmeditation können Sie morgens oder abends im Hotelzimmer machen, auf dem Weg zur Messe oder auch mal zwischendurch.

Eine gute und dazu noch entspannte Messe wünsche ich Ihnen.

Dieser Artikel erschien im TRIALOG-Unternehmerblog (heute TRIALOG Magazin) am 10. März 2016.

Leichte Massage und ein Spaziergang wirken Wunder

Ein langer Messetag kann einem ganz schön die Glieder verspannen. Hilft das Chillen im Massagestuhl oder die Nackenmassage am Stand? Ein Interview mit Physiotherapeutin Ute Merz. (Das Interview von März 2015)

TRIALOG: Nach drei oder vier Messetagen sind Nacken und Füße verspannt. Auf der Messe stehen hier und da Massagestühle herum – bringen die etwas oder sind sie bestenfalls ein angenehmer Zeitvertreib?

Merz: Wenn man keine Vorerkrankungen wie Bandscheibenschäden oder bereits länger anhaltende Beschwerden am Bewegungsapparat hat, kann eine Massage zur Entspannung durchaus beitragen. Warum dann nicht kurz mal die Füße hochlegen und einen der Massagestühle ausprobieren? Ob es tatsächlich hilft, merkt man erst danach.

TRIALOG: Wie steht es mit einer Adhoc-Nackenmassage, wie sie ja teils am Stand oder im Hotel angeboten wird? Oder mit einem Besuch im Wellness-Massagesalon nach der Messe? Ist so etwas hilfreich?

Merz: Hier gilt das gleiche wie bei den Massagestühlen. Es spricht nichts dagegen, sich und seinem Körper Entspannung zu gönnen. Aber natürlich sollten Sie auch diesen Service nur dann nutzen, wenn Sie keine Vorerkrankungen haben, sondern wirklich nur verspannte Muskeln lockern lassen möchten. Dann ist es eine Wellnessbehandlung, die immer schmerzfrei sein muss.

Wer gesund ist, kann sich das Angebot aussuchen

TRIALOG: Der Masseur sollte also genau wissen, was er tut – wie erkenne ich denn als Laie, ob jemand qualifiziert genug ist, dass ich ihn an meinen Nacken lassen sollte?

Merz: Grundsätzlich sollte derjenige, der die Massage durchführt, unbedingt über ausreichende Qualifikationen als Masseur oder Physiotherapeut verfügen. Danach sollten Sie fragen oder, wenn Sie die Räume betreten, einen Blick auf die Zertifikate an der Wand werfen. Und wie gesagt: Während einer solchen Wellness-Behandlung sollen keine Schmerzen auftreten – auch das wäre ein klares Alarmsignal und auch Grund, die Behandlung vorsichtshalber lieber abzubrechen.

TRIALOG: Gibt es grundsätzlich harmlosere Arten von Massagen – Angebote, bei denen die Gefahr, dass es schadet, geringer ist als bei anderen? Zum Beispiel gelten ja Shiatsu oder Ayurveda eher als sanft im Gegensatz zu Thai-Massage oder der Tuina-Akupressur, die als intensiver gelten – gibt es hier etwas zu beachten?

Merz: Wenn Sie keine echten Probleme haben, können Sie sich das Angebot aussuchen, das Ihnen am ehesten behagt. Da sind der persönliche Eindruck und das Wohlbefinden bei der Massage eigentlich das einzige Kriterium. Einen gut qualifizierten Masseur vorausgesetzt, können Sie als gesunder Mensch nicht viel falsch machen.

TRIALOG: Was würden Sie Messebesuchern mit Vorerkrankungen oder auch immer wieder auftretenden Schmerzen raten? Gerade auf Messen dürften sich deren Beschwerden ja ebenfalls verschlimmern?

Merz: Menschen, die bereits Beschwerden haben, ist von einer Adhoc-Massage eher abzuraten. Diese Menschen sollten lieber auf aktive Entspannungstechniken zurückgreifen, von denen sie sicher wissen, dass sie den gewünschten Erfolg bringen: Das können zum Beispiel Lockerungsübungen für die Bein-, Nacken- und Rumpfmuskulatur sein oder spezielle Dehnübungen. Ich empfehle Menschen mit Vorerkrankungen schon vor solchen Messewochen mit ihrem Physiotherapeuten darüber zu sprechen. Dann kann der Therapeut individuelle Maßnahmen zusammenstellen, die nach einem Messetag für körperlichen Ausgleich sorgen.

TRIALOG: Was für Maßnahmen könnten das sein?

Merz: Das ist individuell und hängt von der Vorerkrankung ab. Meistens sind es Übungen, die einem auch im normalen Alltag helfen, Beschwerden zu lindern oder gar zu beseitigen. Diese haben die Betroffenen meistens im Rahmen einer physiotherapeutischen Behandlung mit dem Therapeuten erarbeitet und geübt.  Grundsätzlich sollten sich auch für gesunde Menschen solche Ausgleichmaßnahmen nicht – in Anführungszeichen nur – auf Massage beschränken, sondern körperliche und seelische Entspannung bieten. Das kann und sollte also gern auch ein bisschen Bewegung an der frischen Luft beinhalten oder abends Schwimmen im Hotel. Eine aktive Entspannung, die neben dem körperlichen Wohlbefinden auch den Kopf frei macht, ist nach einem langen Messetag das Beste. Gegen eine leichte Massage ist also unter den oben genannten Voraussetzungen nichts einzuwenden. Aber gerade Bewegung bringt Körper und Geist nach einem langen Messetag wieder in Schwung und weckt die Lebensgeister. Meistens fehlt ja auf Messen ausreichend Tageslicht, und die Ernährung kommt auch zu kurz. Also ruhig auch ein Spaziergang und ein leichtes Abendessen in entspannender Atmosphäre.

Vita

Ute Merz ist Physiotherapeutin und Sprecherin des Deutschen Verbands für Physiotherapie (ZVK) e.V. in Köln Link 1, der sich als Interessensverband seiner angestellten und freiberuflichen Mitglieder für hohe Ausbildungs- und Qualitätsstandards und damit qualitativ hochwertige Patientenversorgung einsetzt.

Das Interview ist am 15. März 2015 im TRIALOG-Unternehmerblog (heute: TRIALOG Magazin) erschienen.

kontraintuitiv

Einer meiner Lieblingsbegriffe lautet „kontraintuitiv“. Das ist, Sie ahnen es: wenn Dinge nicht so sind, wie wir intuitiv annehmen würden. Kommt ganz oft vor in der Sozialpsychologie, die Teil meines Studiums der Diplompädagogik vor Jahren mal war. Stammt, wenn ich es richtig sehe, ursprünglich aus dem Fachbereich Philosophie und ist auch in der Soziologie offenbar nicht ganz selten, zumindest laut Google.

Dinge, die nicht so sind, wie man so denkt, werden in allen Disziplinen vorkommen, in denen Menschen denken – oder besser: Annahmen treffen und dann vielleicht denken, forschen und wieder denken. Nehme ich an. Ganz häufig offenbar auch in der Biologie. Zumindest habe ich aus diesem Bereich in den vergangenen Wochen einige kontraintuitive Nachrichten gelesen.

Hätten Sie zum Beispiel gedacht, dass sich Wölfe kooperativer und toleranter verhalten, als Hunde? Steht im Wissenschaftsblog I fucking love science. Hunde dagegen setzen instinktiv mehr auf Befehl und Gehorsam – also klare und bedingungslose Hierarchien.

Und wer ist wohl gefährlicher? Raubkatze oder Hauskatze? Raubkatze stimmt sicherlich mit Blick auf uns Menschen. Für ihre Beutetiere jedoch sind Hauskatzen weit gefährlicher. Während nämlich Raubkatzen nur dann auf die Jagd gehen, wenn sie hungrig sind und sich ansonsten nicht die Mühe machen, jagen die Samtpfötchen jedes auch nur irgendwie beutetierartige Tier oder Etwas, das ihnen so unterkommt. Weil es ihnen Spaß macht, steht in der Augustausgabe der Zeitschrift GEOlino, die meine bald zehnjährige Tochter regelmäßig liest. Mäuse fallen da also nicht nur dem Hunger zum Opfer, sondern auch dem Spieltrieb. 

Vor einiger Zeit habe ich mir mit Blick auf diese Art überraschend anmutender Nachrichten mal Gedanken drüber gemacht, was wir daraus für unsere Entscheidungen lernen können. Steht im TRIALOG-Unternehmerblog.

 

Donald Duck

Donald Duck wird heut 80. Aus Anlässen also:

Frau Nuri

wissen Sie, woran ich denken muss, wenn ich Donald Duck sehe? An Bananen.

Das kommt so. Als Kind – zweite, dritte Klasse ungefähr – habe ich gern die lustigen Taschenbücher gelesen. Mit Mickey Maus, aber lieber noch mit Donald und seinen Neffen. Einmal haben Tick, Trick und Track sich auf die Spur einer ganz besonderen Frucht gemacht: einer Banane mit vier Geschmacksrichtungen. An mehr erinnere ich mich nicht. Wahrscheinlich das übliche: pfiffige Neffen, tapsiger Onkel Donald, cholerischer Großonkel Dagobert, vielleicht noch die liebreizende Daisy oder der erfinderische Gustav Gans. Irgendsowas eben. Fasziniert hatte mich die Banane. Die sollte nach Banane, Erdbeer und zwei weiteren leckeren Obstsorten schmecken. Das habe ich mir himmlisch köstlich vorgestellt. Und gehofft, ich würde mal so eine leckere Banane erwischen. Mir sogar überlegt, ob man so was züchten kann.

Das ist jetzt eine ganze Weile her. Mein Verhältnis zu Bananen – gelegentlich esse ich sie gern…

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Duck Soup

Ich mag Zufälle gern. Wenn Sie oder Du hier gelegentlich reinschaut, haben Sie das ja sicherlich schon gemerkt. Ich mag sie, wenn ich sie sehe und ich spiele auch gern mit ihnen, was zuweilen verblüffende Ergebnisse erzielt. Gestern habe ich gesehen, dass ein Text über Zufall rebloggt wurde. Vielen Dank Ralph Buttler, das freut mich sehr.

„Was für ein Zufall“, habe ich gedacht. War mir doch gerade erst gestern wieder so ein Zufall passiert. Sie müssen ja gar nicht viel bedeuten, diese Zufälle, manchmal sind sie einfach nur nett. Oder man hat sie noch nicht ganz verstanden, auch egal.

Vorgestern abend hatte ein lieber Facebook-Freund die Mirror-Scene von den Marx-Brothers gepostet. Groucho und Harpo. („Warum heißt das eigentlich Duck Soup?“, habe ich mich noch gefragt.) Hier die Szene.

Am nächsten Tag, gestern, bin ich hier bei uns in die Fasanerie, den Wildpark, sieben oder acht Autominuten entfernt, in dem ich gern möglichst wöchentlich vormittags trainieren gehe. Auf dem Weg rein saß eine dieser schönen großen Enten gleich vor mir. Deshalb bin ich stehen geblieben. Dann habe ich gesehen, dass die zweite Ente auf der Fensterbank saß. „Was macht sie denn da?“, habe ich mich noch gefragt, da fing sie schon an, mit ihrem Spiegelbild zu schnäbeln. „Sie macht die Mirror-Scene“, habe ich gedacht.

Zehn Minuten habe ich mir das angeschaut, dann bin ich gegangen. Sie war immer noch dran. Leider habe ich nach dem Training vergessen, mal nachzuschauen, ob sie schon fertig ist. Abends habe ich gesehen: „Duck Soup“ Was für ein Zufall, mal wieder. Diese Duck!

Meinen alten Text habe ich gestern nochmal gelesen. Er war damals einer meiner Lieblingseditorials, für die ich dieses Blog hier mal als Archiv und Ausgangspunkt für Neues angelegt hatte.

„Wie oft hat mich umgekehrt jemand, an den ich gerade gedacht habe, nicht angerufen?“, der Satz ist mir ins Auge gestochen. „Warum ruft er nicht an?“, habe ich mich heute gefragt. Warum will er, dass ich ihn anrufe und wenn ich es dann tue, legt er auf?

Oder ist das nur wieder eine dieser falschen Fragen an das Universum?

Ein paar Kniff und Tricks gegen den Messestress

CeBIT und auch andere Messen können einem ganz schön auf die Füße gehen. Manchmal tun auch Nacken oder Kopf nach einer Weile weh. Gut, dass man sich notfalls selbst mit wenigen Handgriffen Linderung verschaffen kann. Dauert auch nicht lange.

Ob als Aussteller oder Besucher – wenn Sie gerade auf der CeBIT sind, werden Ihre Füße abends wissen, was Sie geleistet haben. Auch wenn Sie den Tag in flachen Bequemtretern verbracht haben. Ich habe früher mal neben dem Studium viel auf Messen gearbeitet und weiß, wovon ich rede. Neulich habe ich mir nach einem anstrengenden Tag mal wieder die Füße massiert. Mit einer Schnellmethode, die ich während der ersten Schwangerschaft gelernt habe – einer Zeit, die einem ja ebenfalls sehr auf die Füße gehen kann. Hätte ich die Methode doch mal damals zu Messezeiten gekannt….

Sie hilft wunderbar und dauert keine fünf Minuten. Wenn es schnell gehen muss: zwei Minuten. Am besten gönnen Sie sich die Fußmassage nach Dusche oder Fußbad. Im Notfall geht es aber zwischen zweit Terminen ohne weiteres auch mal durch Socken oder Strumpfhose hindurch. Kein Problem. Sie brauchen auch nicht mit Öl herumzuhantieren, wie das in vielen Anleitungen erklärt ist – obwohl gerade bei den ausführlicheren Methoden sicher nicht schadet.

So lockern Sie Ihre Füße ganz leicht

Es ist ganz einfach: Legen Sie einfach den rechten Fuß vor sich auf Boden oder Oberschenkel und massieren mit dem Daumen sanft die Innenkante Ihres Fußes von der Ferse bis zum Großzeh. Zweimal sanft kreisend. Ein- und ausatmen nicht vergessen. Danach nehmen Sie sich jeden Zeh einzeln vor und rollen das jeweils letzte Zehenglied sanft zwischen Daumen und Zeigefinger. Von groß nach klein. Ein oder zweimal, ganz nach Belieben und verfügbaren Zeit. Und danach nehmen Sie den Fuß in beide Hände und streichen und massieren sanft mit den Daumen die Fußsohle. Hören Sie einfach auf Ihr Gefühl, was angenehm ist. Es darf nicht schmerzen. Und vergessen Sie die Ferse nicht. Hier ist noch eine andere Anleitung für Sie.

Falls Sie tatsächlich zu den Mutigen gehören, die auf hohen Absätzen unterwegs sind, ist hier noch ein Trick. Von dem habe ich vor ein paar Jahren gelesen und er hat sich ebenfalls bewährt: Nach einer kurzen Fußmassage nehmen Sie den Vorderfuß vorsichtig so in die beiden Hände, als wollten Sie ein Handtuch auswringen. Und dann wringen Sie – aber bitte mit Gefühl – den Fuß leicht. Und das wiederholen Sie nun mit dem anderen Fuß. Das sollte über das Schlimmste hinweghelfen.

Weiter oben – Kopf und Nacken

Gegen Kopfschmerzen hat sich bei mir bewährt, die Schläfen zu massieren und die Nasenwurzel zwischen Daumen und Zeigefinger zu drücken. Und dann lockere ich immer noch die Schultern. So: Ziehen Sie die Schultern hoch und lassen Sie sie sinken. Legen Sie den Kopf vor und zurück, in den Nacken sowie nach links und rechts. Und schauen Sie anschließend auch links und rechts. Je drei bis vier mal. Hilft bei mir immer auch immer ganz gut.

Gegen verspannten Nacken massieren Sie einfach sanft mit der Hand den Nacken und die jeweils gegenüberliegende Schulter. Probieren Sie mal, ob es Ihnen hilft, das Schlüsselbein zu massieren und anschließend mit der flachen Hand erst die eine Schulterrückseite, dann die andere sanft zu klopfen – auch hier wieder: linke Hand auf rechter Schulter und umgekehrt – sowie anschließend den Nacken. Im Internet gibt es dafür auch  noch ausführlichere Anleitungen.

Schnell schnell: Okay – auf die Ohren

Aber wahrscheinlich haben Sie gerade wirklich wenig Zeit: Dann manchen Sie doch einfach nur zwei bis drei Minuten vielleicht die Füße und danach noch ein oder zwei Minuten Ohrenmassage. Der chinesischen Medizinlehre zufolge gilt eine Ohrenmassage als ähnlich wirksam wie eine Ganzkörpermassage, weil hier für praktisch jeden Körperteil ein Akupressurpunkt sitzt. Vorteil: Da können Sie auch zeitgleich an beiden Ohren hantieren. Einfach ein bisschen die Ohrläppchen kneten und zupfen und dann hoch und runter – ich gehe immer danach, was angenehm ist. Damit machen Sie nichts falsch. Hier ist aber auch für die Ohrmassage eine Anleitung zu finden.

Falls Sie aber doch abends mal Zeit finden und nach der Massage noch Lust haben: Machen Sie doch gleich noch ein paar Dehnungsübungen. Schultern locker vor- und zurückrollen kann nach einem Messetag nie schaden. Alle Gelenke nacheinander in Bewegung bringen und ein paar mal kreisen lassen. Strecken und recken auch zwischendurch sind sowieso immer gut.
Und falls Sie doch abends noch mehr Lust und Zeit dafür haben: Brigitte hat gleich mehrere Übungsreihen Yoga online gestellt. Da findet sich bestimmt auch etwas. Und falls es schneller gehen soll: Diese Büro-Yogaanleitung können Sie sogar in Ihrer Messekleidung befolgen.

erschienen in TRIALOG-Unternehmerblog 11. März 2014

Zufall

Neulich am Telefon, war ich mal wieder verwirrt.

Da rief mich eine freundliche Frauenstimme an und meldete sich mit „Trautmann“. Ich war verblüfft: „Frau Trautmann?“ Keine fünf Minuten zuvor hatte mir eine andere Frau Trautmann – ebenfalls sehr freundlich, aber ganz andere Stimme – ihren Rückruf für in etwa einer halben Stunde angekündigt.

Sie denken es sich sicher schon: Es war eine andere Frau Trautmann.

Damit hatte meine sich rasch legende Verwirrung denn auch schnell erklärt. Ob ich das Attachment habe öffnen können, fragte sie mich. Ich versuchte es und erklärte derweil, ich hätte das bislang offen gestanden noch nicht versucht, weil mir ja dankenswerterweise schon Herr Henning einen sehr ausführlichen Artikel mit den wichtigsten Infos geschickt habe. Es würde funktionieren – vielen Dank.

Nun merkte ich, dass Frau Trautmann verwirrt war. „Herr Henning?“ fragte sie mich, hörbar überrascht. Wie sich herausstellte, heißt Frau Trautmanns Azubi ebenfalls Henning – nur war das ein anderer Herr Henning als der, von dem ich gesprochen hatte…

Lustiger Zufall, finden Sie nicht auch?

Solche Telefonate mag ich gern. Und ich schwöre – ich habe es mir nicht ausgedacht! Würde ich auch gar nicht erst versuchen – viel zu konstruiert… Das wahre Leben ist eben besser, als jede Erfindung.

Auch und gerade in den kleinen und vielleicht wenig bedeutsamen Details. Zum Beispiel in dem, dass ich am selben Tag einen Krimi fertig gelesen hatte, in dem eine der großen wissenschaftlichen Theorien eine Rolle spielt, die Menschen sich ausdenken, um mit dem Phänomen Zufall zurechtzukommen: „Schilf“ von Juli Zeh. In den Fall sind zwei Physiker verwickelt – und eine Annahme, die Forscher als Viele-Welten-Theorie handeln. Die geht so: Es ist dermaßen unwahrscheinlich, dass es uns Menschen gibt, dass hierfür entweder ein höheres Wesen verantwortlich ist – „Gott würfelt nicht“, hat Albert Einstein ja auch mal erklärt – oder dass es ebenso viele Welten wie Möglichkeiten gibt – mit und ohne uns. Oder ganz viele Welten, in denen Sie und ich gerade nicht vor dem Computer sitzen, sondern woanders.

Der Zufall ist ja von jeher umso faszinierender, je unwahrscheinlicher er ist und je sinnvoller oder folgenreicher er aussieht. Ein bisschen hat das aber sicherlich auch mit Wahrnehmung zu tun, nehme ich an. Denken Sie mal an den Klassiker: Sie denken an jemanden und im Moment darauf ruft der Sie an. Klar, so was merke ich mir auch. Aber: Wie oft hat mich umgekehrt jemand, an den ich gerade gedacht habe, nicht angerufen? Oder hat mich jemand angerufen, an den ich nicht gedacht habe? Max Frisch sagte mal: „Es ist immer das fälligste, was einem zufällt.“

aus: Newsletter Steuern und Bilanzierung bei BWRMed!a vom 09.06.2009, http://www.bwr-media.de

33

vor ein paar Tagen ist ja der 33 Monate alte Orakel-Krake Paul gestorben (siehe Newsletterausgabe vom 28.10.).

33. Da war doch mal was mit der 33, habe ich mir da gedacht.

Gleich nach links zu der zwei Wochen alten Ausgabe des Kölner „Express“ gegriffen. Genau. Da war es. Am 14. Oktober gleich mehrere Seiten voll mit Artikeln über die Rettung der chilenischen Grubenkumpels, die einen Tag zuvor geglückt war. Hochdramatisch.
Wahrscheinlich erinnern Sie sich noch daran. Die Kumpels waren am 5. August in einem Kohleschacht in der chilenischen Atacama-Wüste verschüttet worden. Und am 13. Oktober waren sie wieder frei.

Unter der Überschrift „Die Magie der Zahl 33“ stand da, die Zahl 33 gebe den ohnehin wundergläubigen Chilenen Rätsel auf. Schon das Datum (13.10.10) ergebe die Zahl 33, berichtete die Boulevardzeitung da.

Solche Aussagen reizen mich doch gleich zum Nachrechnen. Berufskrankheit.

Ich kann nichts dafür. Wahrscheinlich, weil es so einfach ist. Und? Es stimmt, wenn sie 13 plus 10 plus 10 rechnen. Aber es stimmt nicht, wenn sie das Jahr ausschreiben (2010). Das ergibt dann 2033. Und wenn Sie einfach die Quersumme bilden (1 plus 3 plus 1 plus 1 – die Nullen ergeben schließlich null und nix), dann stimmt es auch nicht. Das ergibt 6. Gut: immerhin ist das wiederum die Quersumme von 33 …

Der Bohrer soll laut Bericht exakt 33 Tage gebraucht  haben, um den Rettungsschacht zu den 33 Verschütteten zu bohren. Ich habe mal gezählt. Egal wie – es gab offenbar zwei Bohrungen, die zweite mit mehr Erfolg: Ich komme wieder nicht auf 33. Wenn ich den ersten Versuch mitzähle, sind es bei mir 43 Tage. Wenn ich nur den zweiten Versuch rechne, immerhin noch 38 Tage. Jedenfalls nicht 33. Ob der Bohrer – Typ Schramm – mal pausiert hat? Oder die Zeitung die falschen Daten nennt? Das nachzuprüfen, die Mühe habe ich mir dann nicht gemacht.

Etwas einfaches: Die Botschaft der Kumpels („Estamos bien en el refugio – los 33“ – „Wir 33 im Schutzraum sind wohlauf“) bestehe mit Leerzeichen aus 33 Anschlägen, schrieb der Express. Dumm nur: Mein Programm zählt 35 Zeichen. Ich also gegoogelt. Da finden sich dann auch Varianten des Satzes ohne Bindestrich.

Das ergibt tatsächlich 33 Zeichen. Immerhin.

Aber ansonsten: Dumm gelaufen. Ich habe ja auch noch nie wirklich an so etwas, also Numerologie, geglaubt. Auch mit Astrologie tue ich mich ja schwer (siehe Newsletterausgabe vom 12.05.2009). Unterhaltend finde ich so etwas aber schon. Wirklich. Ich stelle mir vor, dass sich da sicher ein paar Leute über diese „Wahnsinnszufälle“ gefreut haben. Aber eben leider zu früh.

Allerdings kommt es wirklich nicht nur in Boulevardredaktionen vor, dass Kollegen einfachste Rechenübungen unterlassen, das muss ich zur Ehrenrettung der Kollegen schon sagen.

Trotzdem – als Finanzmensch wissen Sie ja selbst: Nicht nachrechnen ist ein Fehler.

Der Mann, der übrigens das Licht am Ende ausmachte, war ein Techniker, Manuel Gonzalez, wenn es stimmt, was der Express noch so schrieb. Er war der erste von fünf Helfern, die an dem großen Tag in die Grube heruntergelassen wurden. Und er war der letzte, der unten ausharrte, während die leere Rettungskapsel zu ihm herunterfuhr, stand da. Gefreut habe ich mich, dass die Kumpels zwar ihren Job los sein sollen, aber dafür angeblich millionenschwere Angebote für Film- und Buchprojekte sowie Exklusiv-Interviews bekommen haben. Ich hoffe, wenigstens das stimmt wirklich.

aus: Newsletter Steuern und Bilanzierung bei BWRMed!a vom 02.11.2010, Archiv: http://www.bwr-media.de/newsletter/sub/archiv.html

Kürbissuppe

neulich haben wir meinen Geburtstag nachgefeiert. Kleine Fete für groß und klein, mit Kuchen am Nachmittag und zum Abend hin Kürbissüppchen.

Ich stand mit einer Freundin am Herd. Wir haben fröhlich vor uns hin gewürzt. Sie: „Ich dachte, Halloween-Kürbisse kann man nicht essen.“ Tiefer Blick nach links in ein Paar leicht verunsicherte blaue Augen. Ich: „Weißt Du was? Ich hätte dich fast angerufen, um zu fragen, ob Du meinst, dass man Halloween-Kürbisse essen kann …“

Es war schon spät an diesem Nachmittag, bestimmt halb sechs. Alle Gäste waren schon da, sogar die späten. Das Süppchen war püriert. Nur ein paar Gewürze mussten noch rein. Es war keine Zeit mehr, Hokkaido-Kürbisse einzukaufen, geschweige denn zu kochen. Die essen wir sonst immer. Sie leuchten schön orange. Dieser hier war innen blassgelb. Und irgendwie weicher. Und trockener. Fast mehlig.

Ich: „Warum sollte man Halloween-Kürbisse nicht essen können? Man kann doch alle Kürbisse essen, oder?“ Kurzes Schweigen. „Außer natürlich Zierkürbisse. Aber deswegen heißen die ja auch so, außerdem sind sie ganz klein.“

Wir schnupperten kurz am Topf. Meine Freundin: „Den kann man essen!“ Ich: „Ja, er riecht doch auch ganz gut, oder? Nur die Schale muss weg, aber die habe ich vorher schon weggeschnitten.“

Meine Freundin: „Ja. Ich dachte ja auch nur, weil ich Halloween-Kürbisse bisher immer nur mit Fratze gesehen habe …“ Hatte ich ja auch …

Ich: „Aber man empfiehlt doch zur Halloween-Party auch, ein Kürbissüppchen zu kochen. Mit welchen Kürbissen sollte man die denn sonst kochen, wenn nicht mit Halloween-Kürbissen? Die muss man essen können! Oder?“ Sie: „Ja! Doch, bestimmt.“ Ein Freund, der an uns vorbeilief, meinte dann auch, klar könne man Halloween-Kürbisse essen. „Bestimmt.“ Aber er guckte schon kurz ein wenig unsicher.

Tja. Leichter Grusel gehört eben zu Halloween dazu.

Die Suppe hat dann auch allen geschmeckt. Äh … fast allen. Wie ich später gehört habe, hatte meine Freundin noch ein wenig mit dem Chili hantiert, als ich schon um die Ecke war. Das erfuhr ich aber erst abends, als ich meine Suppe probierte. „Oh“, sagte ich. „Du hättest das Gesicht Deiner Tochter sehen sollen“, meinte da die Frau eines sehr lieben Kollegen. Sie hat wohl ganz verdattert geguckt und dann gesagt: „‚Das schmeckt nicht!“ Danach ist sie gleich ins Kinderzimmer abgerauscht. Ähnlich ist es auch dem Freund meiner Tochter aus dem Kindergarten ergangen, dem ich Süppchen für zuhause eingepackt hatte. „Dann haben wir eben die Suppe gegessen“, meinte meine Mütterkollegin am nächsten Tag.

Ich fand die Suppe allerdings haargenau richtig.

Endlich wieder etwas deftiges – nicht immer nur so mildes Zeug … Und zumindest die anderen Erwachsenen fanden sie wohl auch ganz gut. Für die Kinder hatten wir auch noch Hackfleisch- und Spinattaschen da. Sie dürften satt geworden sein. Der Freund meiner Tochter hat zuhause noch ein Brot bekommen. Kuchen hatten sie, glaube ich, auch alle genug intus. Und sogar meinem kleinen Sohn hat sein Kürbispüree mit Kartoffeln sehr gut geschmeckt. Sein Essen würzen wir ja auch nie – er ist ein Baby.

Guten Appetit und viel Spaß beim Feiern und gruseln.

aus: Newsletter Steuern und Bilanzierung bei BWRMed!a vom 31.10.2010, Archiv: http://www.bwr-media.de/newsletter/sub/archiv.html

Paul II

zu Lebzeiten hätte ihn der ein oder andere am liebsten in Kräutermantel oder mit Zitronengarnitur gesehen. Nun ist er tot, natürliche Ursache: Paul starb vor ein paar Tagen im Alter von 33 Monaten.

Sie kennen Paul sicher noch. Orakel-Krake Paul aus Oberhausen.

Den Titel hatte er sich während der Fußball-WM in Südafrika diesen Sommer redlich verdient. Kein Tor, aber trotzdem acht Treffer, die Zahl der richtigen Tipps. Die hatte Paul abgegeben, indem er aus zwei Behältern mit den Flaggen der nächsten beiden Mannschaften eine Muschel auffraß. Nicht allzu spektakulär. Trotzdem hockten bei den Fototerminen die Pressefotografen bis unter die Decke aufeinander, um Pauls Orakelei abzulichten.

Chef-Aquarist Oliver Walenciak hat offenbar schon seit einer Weile geahnt, dass es mit Paul zuende geht. Er habe schon seit einiger Zeit lustlos gewirkt. Kein Appetit. Seine letzte Mahlzeit hat Paul am Tag vor seinem Tod zu sich genommen, eine Krabbe. Paul hinterlässt ein niedliches kleines Paulchen. Paul II habe der Orakel-Tentakelkönig eigentlich noch in die Kunst der Weltmeistervorhersage einweihen sollen.

Ach, das wird der Kleine auch so schaffen.

Wahrscheinlich hat er die intuitive Begabung von seinem Vater geerbt – ich nehme mal an, Paul ist der Vater. Angeblich will die spanische Kleinstadt Carballino Pauls sterbliche Überreste bei sich ausstellen. Tintenfischhochburg, Paul ist dort schon im Sommer zum Ehrenbürger ernannt worden. „Eine offizielle Anfrage liegt uns noch nicht vor“, sagte Stefan Porwoll von Sea Life. Eigentlich ist vorgesehen, Paul einzuäschern und seine Urne unter einem eigens errichteten Denkmal im Sea Life zu bestatten.

Das nach eigenen Angaben zu Lebzeiten einzige Interview mit dem Tier hat die Augsburger Allgemeine Zeitung mit ihm geführt. „Ein Gespräch mit Händen und Füßen“, schrieben die Kollegen im Sommer. Paul habe ihnen verraten, dass er die Öffentlichkeit genießt. Im Meer wäre es ihm wohl zu langweilig gewesen. „Immer das ewig gleiche: Jagen, mit Tinte vollgesprüht werden von den Kollegen, tauchen, wegtauchen, auftauchen. Das ist doch kein Leben. Hier habe ich alles, was ich brauche, muss mich um nichts kümmern“, hatte Paul in dem Interview erklärt.

Selbst nach seinem Tod sorgt der Krake für den ganz großen Medienzirkus. Journalisten aus der Schweiz, Frankreich, Spanien berichteten über das verstorbene Meerestier. Auch CNN und Al Jazeera schickten Reporter. Und natürlich sollte der Fanartikel-Verkauf nun noch einmal richtig anziehen: Tassen mit Krake Paul drauf, Paul als Stoffkrake, Paul als Handy-Spielchen. Und eine DVD mit der Paul-Dokumentation, die ein amerikanischer Fernsehsender erst kurz vor seinem Tod gedreht hat. Die werden Sie in ein paar Wochen wohl auch bei uns bekommen können. Was mit dem WM-Siegerpokal geschieht, den Paul für seine Tipps verliehen bekommen hat, weiß ich aber leider auch nicht.

aus: Newsletter Steuern und Bilanzierung bei BWRMed!a vom 28.10.2010, Archiv: http://www.bwr-media.de/newsletter/sub/archiv.html